Vita
Yulia Deyneka, seit 2005 Erste Solo-Bratschistin der Staatskapelle Berlin, ist auch eine vielseitige Kammermusikerin und Professorin für Bratsche an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Solistisch ist sie regelmäßig mit verschiedenen Orchestern zu erleben. Sie ist Gründungsmitglied des Streichquartetts der Staatskapelle Berlin und Mitglied im Boulez Ensemble.
Yulia Deyneka wurde 1982 auf der russischen Insel Sachalin geboren und wuchs in Moskau auf. Sie erhielt mit sieben Jahren ihren ersten Geigenunterricht, an der Moskauer Gnessin-Musikschule, später an der Spezialmusikschule des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums. In der dortigen Klasse von Maria Sitkovskaya – ihrerseits Schülerin der legendären Bratscher Vadim Borisovsky und Fedor Druschinin – wurde sie von Bratschenklängen fasziniert; schließlich wechselte die 14-Jährige endgültig zur Viola. Sie studierte dann bei Alexander Bobrovsky am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium; ihr Diplom erwarb sie bei Felix Schwartz an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und absolvierte ihr Konzertexamen bei Wilfried Strehle an der Universität der Künste Berlin.
Schon als Akademistin der Staatskapelle Berlin wurde Daniel Barenboim ihr wichtigster musikalischer Mentor, was sich u.a. in gemeinsamen Kammermusikauftritten und Aufnahmen sowie auch Uraufführungen, z. B. von Aribert Reimanns Trio für Countertenor, Viola und Klavier (2018), niederschlug. Sie engagierte sich viele Jahre lang als Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra, u.a. beim historischen Konzertauftritt in Ramallah 2005.
Yulia Deyneka trat ferner mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Zubin Mehta und Sir Simon Rattle auf; wichtige musikalische Impulse erhielt sie durch ihre Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Martha Argerich, Yo-Yo Ma, Gidon Kremer, Maurizio Pollini, Radu Lupu, Yefim Bronfman und Jörg Widmann. Yulia Deyneka ist als Solistin in der Carnegie Hall New York und in der Pariser Philharmonie mit der Staatskapelle Berlin (Mozarts Sinfonia Concertante) unter der Leitung von Daniel Barenboim aufgetreten und spielte an der Seite von Misha Maisky Don Quixote von Strauss mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Massimo Zanetti. Unter der Leitung von Andris Nelsons spielte sie Schnittkes Konzert für Viola. 2022 gab sie die Uraufführung von Peter Eötvös´ Stück Respond für Solo-Viola und Orchester mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von James Gaffigan im Pierre Boulez Saal. Am selben Ort gab sie während der Corona-Pandemie 2020 auch digital übertragene Uraufführungen von Werken von Matthias Pintscher und Olga Neuwirth.
Mit dem Streichquartett der Staatskapelle Berlin spielte sie 2017/18 im Rahmen eines eigenen Schubert-Zyklus im Pierre Boulez Saal sämtliche Streichquartette Schuberts, sowie Quintette mit herausragenden Gastsolisten wie dem Cellisten Frans Helmerson und der Sopranistin Christiane Karg. In der Saison 2018/19 präsentierte sie mit dem Streichquartett der Staatskapelle Berlin und der Pianistin Elisabeth Leonskaja einen Brahms-Zyklus im Pierre Boulez Saal und am Théâtre des Champs-Élysées in Paris mit sämtlichen Streich- und Klavierquartetten sowie dem Klavierquintett. 2023 folgte ein Janáček-Zyklus, bei dem auch der Schauspieler Udo Samel mitwirkte. 2019 war sie zu Gast bei der Mozartwoche in Salzburg, wo sie neben beiden Klavierquartetten Mozarts mit Michael Barenboim, Kian Soltani und Daniel Barenboim auch an der Seite von Daniel Ottensamer das „Kegelstatt-Trio“ zur Aufführung brachte. 2023 trat sie mit Elena Bashkirova bei der Mozartwoche auf.
Seit der Eröffnung des Pierre Boulez Saales spielt Yulia Deyneka regelmäßig im Boulez Ensemble, das sich ganz besonders der zeitgenössischen Musik widmet. Hier spielte sie einige der wichtigsten Stücke von Pierre Boulez, wie Le marteau sans maitre unter François-Xavier Roth sowie Derive II unter Daniel Barenboim in Berlin, New York und Paris. In der Spielzeit 2019/20 spielte sie u.a. Messagesquisse in der Bearbeitung für Solo-Bratsche und sechs Bratschen sowie Éclat / Multiples unter der Leitung von François-Xavier Roth. Luca Francesconi hat Yulia Deyneka und Daniel Barenboim ein Bratschen-Konzert gewidmet, das allerdings aufgrund von Daniel Barenboims Gesundheitszustand bisher unaufgeführt geblieben ist.
Aufnahmen von Yulia Deyneka sind regelmäßig im Rundfunk und via Streaming zu erleben. Mit François-Xavier Roth und dem Boulez Ensemble hat sie die Viola-Bearbeitung von Boulez‘ Messagesquisse eingespielt (Peral). Drei Charakterstücke von David R. Coleman, die der Komponist eigens für Yulia Deyneka geschrieben hat, sind bei NAXOS erschienen; beide Klavierquartette von Mozart bei der Deutschen Grammophon. Mit der Mezzosopranistin Magdalena Kožená und Sir Simon Rattle am Klavier ist 2019 das Album Soirée für Pentatone entstanden. 2022 erschien bei Linn eine CD des Streichquartetts der Staatskapelle Berlin mit Quartetten von Verdi, Puccini und Tchaikovsky.
Yulia Deyneka ist ferner eine engagierte Lehrende: So war sie gleich nach ihrem Studienabschluss ein Jahr lang Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, hat von 2006–2011 an der Musikakademie der Barenboim-Said-Stiftung in Sevilla unterrichtet und ist seit 2016 Lehrbeauftragte, seit 2019 Professorin an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Auch bei der Staatskapelle Berlin betreut sie Stipendiaten der Orchesterakademie.
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Yulia Deyneka, seit 2005 Erste Solo-Bratschistin der Staatskapelle Berlin, ist auch eine vielseitige Kammermusikerin und Professorin für Bratsche an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Solistisch ist sie regelmäßig mit verschiedenen Orchestern zu erleben. Sie ist Gründungsmitglied des Streichquartetts der Staatskapelle Berlin und Mitglied im Boulez Ensemble.
Yulia Deyneka wurde 1982 auf der russischen Insel Sachalin geboren und wuchs in Moskau auf. Sie erhielt mit sieben Jahren ihren ersten Geigenunterricht, an der Moskauer Gnessin-Musikschule, später an der Spezialmusikschule des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums. In der dortigen Klasse von Maria Sitkovskaya – ihrerseits Schülerin der legendären Bratscher Vadim Borisovsky und Fedor Druschinin – wurde sie von Bratschenklängen fasziniert; schließlich wechselte die 14-Jährige endgültig zur Viola. Sie studierte dann bei Alexander Bobrovsky am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium; ihr Diplom erwarb sie bei Felix Schwartz an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und absolvierte ihr Konzertexamen bei Wilfried Strehle an der Universität der Künste Berlin.
Schon als Akademistin der Staatskapelle Berlin wurde Daniel Barenboim ihr wichtigster musikalischer Mentor, was sich u.a. in gemeinsamen Kammermusikauftritten und Aufnahmen sowie auch Uraufführungen, z. B. von Aribert Reimanns Trio für Countertenor, Viola und Klavier (2018), niederschlug. Sie engagierte sich viele Jahre lang als Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra, u.a. beim historischen Konzertauftritt in Ramallah 2005.
Yulia Deyneka trat ferner mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Zubin Mehta und Sir Simon Rattle auf; wichtige musikalische Impulse erhielt sie durch ihre Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Martha Argerich, Yo-Yo Ma, Gidon Kremer, Maurizio Pollini, Radu Lupu, Yefim Bronfman und Jörg Widmann. Yulia Deyneka ist als Solistin in der Carnegie Hall New York und in der Pariser Philharmonie mit der Staatskapelle Berlin (Mozarts Sinfonia Concertante) unter der Leitung von Daniel Barenboim aufgetreten und spielte an der Seite von Misha Maisky Don Quixote von Strauss mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Massimo Zanetti. Unter der Leitung von Andris Nelsons spielte sie Schnittkes Konzert für Viola. 2022 gab sie die Uraufführung von Peter Eötvös´ Stück Respond für Solo-Viola und Orchester mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von James Gaffigan im Pierre Boulez Saal. Am selben Ort gab sie während der Corona-Pandemie 2020 auch digital übertragene Uraufführungen von Werken von Matthias Pintscher und Olga Neuwirth.
Mit dem Streichquartett der Staatskapelle Berlin spielte sie 2017/18 im Rahmen eines eigenen Schubert-Zyklus im Pierre Boulez Saal sämtliche Streichquartette Schuberts, sowie Quintette mit herausragenden Gastsolisten wie dem Cellisten Frans Helmerson und der Sopranistin Christiane Karg. In der Saison 2018/19 präsentierte sie mit dem Streichquartett der Staatskapelle Berlin und der Pianistin Elisabeth Leonskaja einen Brahms-Zyklus im Pierre Boulez Saal und am Théâtre des Champs-Élysées in Paris mit sämtlichen Streich- und Klavierquartetten sowie dem Klavierquintett. 2023 folgte ein Janáček-Zyklus, bei dem auch der Schauspieler Udo Samel mitwirkte. 2019 war sie zu Gast bei der Mozartwoche in Salzburg, wo sie neben beiden Klavierquartetten Mozarts mit Michael Barenboim, Kian Soltani und Daniel Barenboim auch an der Seite von Daniel Ottensamer das „Kegelstatt-Trio“ zur Aufführung brachte. 2023 trat sie mit Elena Bashkirova bei der Mozartwoche auf.
Seit der Eröffnung des Pierre Boulez Saales spielt Yulia Deyneka regelmäßig im Boulez Ensemble, das sich ganz besonders der zeitgenössischen Musik widmet. Hier spielte sie einige der wichtigsten Stücke von Pierre Boulez, wie Le marteau sans maitre unter François-Xavier Roth sowie Derive II unter Daniel Barenboim in Berlin, New York und Paris. In der Spielzeit 2019/20 spielte sie u.a. Messagesquisse in der Bearbeitung für Solo-Bratsche und sechs Bratschen sowie Éclat / Multiples unter der Leitung von François-Xavier Roth. Luca Francesconi hat Yulia Deyneka und Daniel Barenboim ein Bratschen-Konzert gewidmet, das allerdings aufgrund von Daniel Barenboims Gesundheitszustand bisher unaufgeführt geblieben ist.
Aufnahmen von Yulia Deyneka sind regelmäßig im Rundfunk und via Streaming zu erleben. Mit François-Xavier Roth und dem Boulez Ensemble hat sie die Viola-Bearbeitung von Boulez‘ Messagesquisse eingespielt (Peral). Drei Charakterstücke von David R. Coleman, die der Komponist eigens für Yulia Deyneka geschrieben hat, sind bei NAXOS erschienen; beide Klavierquartette von Mozart bei der Deutschen Grammophon. Mit der Mezzosopranistin Magdalena Kožená und Sir Simon Rattle am Klavier ist 2019 das Album Soirée für Pentatone entstanden. 2022 erschien bei Linn eine CD des Streichquartetts der Staatskapelle Berlin mit Quartetten von Verdi, Puccini und Tchaikovsky.
Yulia Deyneka ist ferner eine engagierte Lehrende: So war sie gleich nach ihrem Studienabschluss ein Jahr lang Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, hat von 2006–2011 an der Musikakademie der Barenboim-Said-Stiftung in Sevilla unterrichtet und ist seit 2016 Lehrbeauftragte, seit 2019 Professorin an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Auch bei der Staatskapelle Berlin betreut sie Stipendiaten der Orchesterakademie.